2016 sah es in Calais an der Kanalküste noch so aus: Flüchtlingscamp mit Überfahrtwilligen (Foto:Imago)

Der Brexit zahlt sich erneut aus: Harte britische Flüchtlingspolitik wirkt

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Es war immer klar, dass sich der Brexit eines Tages als großer Segen für Großbritannien erweisen würde. Was die Migrations- und Asylpolitik anbelangt, ist dieser Erfolg bereits eingetreten: Die Insel verzeichnet inzwischen einen deutlich geringeren Zustrom von Bootsmigranten über den Ärmelkanal. Die veränderte Asylpolitik von Premierminister Rishi Sunak, die unter Fortsetzung der Brüssel-Hörigkeit bei nichtstattgefundenem Brexit gar nicht durchsetzbar gewesen wäre, trägt nun deutliche Früchte.

Sunak hatte im vergangenen Jahr – spät, aber immerhin – einen signifikant härteren Kurs gegen irreguläre Migration eingeschlagen. Hatten 2022 noch fast 46.000 Menschen den Kanal überquert und die britische Küste erreicht, waren es 2023 nur noch 29.400 Menschen, so die vorläufigen Zahlen des Innenministeriums in London. Die Tendenz ist eindeutig – ein Rückgang von mehr als einem Drittel (36 Prozent), obwohl die Verschärfungen gar nicht das ganze Jahr 2023 galten.

Vor allem Albaner gestoppt

Damit wurde, so der “Tagesspiegel” (TS) unter Berufung auf die britische Nachrichtenagentur PA, zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2018 weniger Bootsmigranten als im jeweiligen Vorjahr erfasst. “Die letzte Überquerung des Jahres wurde am 15. Dezember registriert”, so der TS: “Seitdem habe es – wohl wetterbedingt – keine Überfahrten mehr gegeben. Vor allem die Zahl der albanischen Staatsangehörigen war infolge eines Abkommens mit Tirana zugegangen.”

Die ambitionierten Ziele der konservative Sunak-Regierung gehen jedoch weiter: Der Premier hat offen erklärt, sein Ziel sei es, “die Boote zu stoppen” und damit quasi eine Nullimmigration zu verwirklichen, wie sie vor über 20 Jahren auch Australien gelungen war. Weitere Maßnahmen zum Küstenschutz und zur Verhinderung illegaler Anlandungen sind also zu erwarten. Sunak will bis zu den nächsten Unterhauswahlen in einem Jahr mit einem harten Kurs punkten, um gegenüber den in den Umfragen weit führenden Tories aufzuholen. (TPL)