Donald Tusk - Foto: Grand Warszawski/Shutterstock

Donald Tusk: Die europäische Vorkriegszeit 2024

Polens Regierungschef Tusk meint, es beginne eine neue Ära: Die Vorkriegszeit. Die ganz andere Meinung.

von Max Erdinger

“Die russische Invasion in der Ukraine vor gut zwei Jahren hat nach Einschätzung des polnischen Regierungschefs Donald Tusk ein neues, kriegerisches Zeitalter in Europa eingeläutet”, schreibt der “Spiegel”.

Donald Tusk
Polens Regierungschef Tusk – Screenshot Facebook

Völlig andere Einschätzung meinerseits. Erstens: Das ist nicht die Einschätzung Donald Tusks, sondern das ist Tusks Überzeugung, daß er mit einer derartig faulen Einschätzung hausieren gehen sollte, weil die Adressaten seiner Äußerung allesamt von der “Westwert”-Propaganda verblödet – und auf der Brennsuppe dahergeschwommen sind. “Eingeläutet” – bimmel, bimmel – hätte ein neues, kriegerisches Zeitalter allenfalls das miserable, “wertewestliche” Politpack in den Rekta der amerikanischen Neocons, des Militärisch-Industriellen Komplexes sowie der “wertewestlichen” Geheimdienste. Zweitens: Die Story, daß es eine “russische Invasion” gewesen sein soll, die in Europa ein “neues, kriegerisches Zeitalter” – bimmel, bimmel – “eingeläutet” habe, kann man am 29. März 2024 wirklich nur noch den allergrößten Idioten auftischen. Wer die Vorgänge in der Ukraine seit spätestens der Jahreswende 2013/2014 aufmerksam beobachtet hat, der weiß das nicht nur, sondern der kann auch beweisen, daß es so ist. Weil er die Glöckner – bimmel, bimmel – eindeutig benennen kann. Tusk braucht gar nicht so zu tun, als hätten die Glocken einfach so geläutet – bimmel, bimmel.

Tusk: “Ich weiß, es klingt niederschmetternd, vor allem für die jüngere Generation, aber wir müssen uns daran gewöhnen, dass eine neue Ära begonnen hat: Die Vorkriegszeit. Ich übertreibe nicht; das wird jeden Tag deutlicher”, sagte er der “Welt” und europäischen Partnermedien. “Ich möchte niemandem Angst machen, aber Krieg ist kein Konzept mehr aus der Vergangenheit. Er ist real, und er hat schon vor über zwei Jahren begonnen.” – na, dieser vermaledeite Krieg aber auch. Hat er schon vor über zwei Jahren begonnen? Einfach so? Konnte er nicht anders, weil die Glocken, weiß der Geier warum, auf einmal zu läuten angefangen haben – bimmel, bimmel -, oder was?

“Bundestags-Experten: Bodentruppen in Ukraine völkerrechtlich zulässig”

Einmal abgesehen davon, daß niemand mehr einen “Experten” braucht, um zu wissen, was sich da im Bundestag versammelt bei den Altparteien: Natürlich sind Bodentruppen in der Ukraine völkerrechtlich zulässig. Solange es ukrainische Bodentruppen sind. Wäre es anders, dann wären andere als ukrainische Bodentruppen wohl vor zwei Jahren schon völkerrechtlich zulässig gewesen – russische zum Beispiel – und das ganze, mädchenhafte Getue seither hätte man sich sparen können. Hat man aber nicht. Haben die Bundestags-“Experten” eigentlich erklärt, wie es kommt, daß sie zwei Jahre gebraucht haben, bis ihnen eingefallen ist, daß irgendwelche, nicht näher bezeichneten “Bodentruppen” in der Ukraine völkerrechtlich zulässig sind? Mussten sie vielleicht erst lesen lernen, ehe sie an das Völkerrecht als Lektüre denken konnten? Wie’s wohl kommt, daß den “Experten” gerade jetzt einfällt, daß “Bodentruppen” in der Ukraine zulässig wären? Es wird doch wohl nichts damit zu tun haben, daß die amerikanisch-ukrainisch-EU-europäischen Korruptokraten in ihrem Proxykrieg mörderisch von den Russen auf ihre diversen Säcke bekommen haben? Es wird sich doch nicht am Ende – bimmel, bimmel – auch noch um schlechte Verlierer handeln bei diesem überflüssigen und brandgefährlichen Gesindel?

“Ein Einsatz von Bodentruppen durch ein NATO-Land in der Ukraine würde nach Einschätzung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages nicht automatisch alle anderen NATO-Länder zu Konfliktparteien machen.” – wer denken kann, dem ist egal, ob alle anderen Nato-Länder “automatisch” oder gänzlich unautomatisch zu Konfliktparteien werden. Außerdem weiß er, daß die Bodentruppen eines einzigen Nato-Landes in der Ukraine unter dem Gesichtspunkt einer “Kriegswende” so nützlich wären wie ein Eierbecher voll Wasser, um die Sahara zum Blühen zu bringen.

“Zwar würde der betreffende Staat selbst zur Konfliktpartei, wie aus einem noch unveröffentlichten sogenannten Sachstand der Expertenabteilung des Parlaments hervorgeht. “Handelt der NATO-Mitgliedstaat dabei unilateral – also nicht im Rahmen einer vorher beschlossenen NATO-Operation und außerhalb militärischer NATO-Kommandostrukturen – werden dadurch weder die NATO als Ganzes noch die anderen NATO-Partnerstaaten zu Konfliktparteien”, heißt es in dem Papier weiter.” – und? Hat das Papier der Experten auch erklärt, worin für einen einzelnen Nato-Staat der Sinn liegen sollte, seine Bodentruppen unter Glockengeläut – bimmel, bimmel – in die Ukraine einziehen zu lassen, tschingderassabumm?

Ein Kommentar bei Facebook: “Höchste Zeit für die AfD, den Austritt Deutschlands aus der NATO an prominenter Stelle in ihr Programm zu schreiben. Neutralität nach dem Vorbild der Schweiz ist angesagt.” – aber hallo. Und nicht nur das. Für 450 Mio. EU-Bürger wird es höchste Zeit, sich zu überlegen, was sie mit den Donald Tusks, den von der Leyens, den Michels und den Borrells, den Macrons, den Baerbocks, Hofreiters, Kiesewettern und Strack-Zimmermanns in der Politlandschaft anstellen sollten. Fesseln & knebeln, in Geschenkpapier einwickeln, hübsches Schleifchen darum herumbinden und mit den freundlichsten Grüßen per Luftpost nach Moskau verschicken? – “Deine Meinung zählt!”

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