Impf-Sozialismus am Limit: Nur 20 Impfdosen pro Arzt und Praxis geplant

Impfen auf Teufel-komm-raus (Bild: shutterstock.com/Von Sam Wordley)
Impfen auf Teufel-komm-raus (Bild: shutterstock.com/Von Sam Wordley)

Keine einzige Gelegenheit lässt die deutsche Corona-Politik mittlerweile ungenutzt verstreichen, um ihre vollkommene Unfähigkeit immer wieder aufs Neue unter Beweis zu stellen. Das phänomenale Impfdebakel findet nun auch bei der nach Ostern vorgesehenen Einbeziehung der Hausärzte in die Impfkampagne seine Fortsetzung: Pro Hausarztpraxis ist eine Menge von 20 Impfdosen pro Woche vorgesehen – ein winziger Teil dessen, was die Kapazitäten hergeben würden.

Bei der gestrigen „Impfgipfel“-Telefonschaltkonferenz zwischen Bundeskanzleramt und Ministerpräsidenten wurde beschlossen, dass für die insgesamt rund 50.000 Hausarztpraxen gerade einmal eine Million Impfdosen pro Woche zu Verfügung stehen.
Die niedergelassenen Ärzte sind daher aufgefordert, schwerpunktmäßig „immobile“ Patienten in der eigenen Häuslichkeit sowie Personen mit riskanten Vorerkrankungen zu impfen. Erst später, ab der 17. Kalenderwoche Ende April, soll sich die verfügbare Menge für die Arztpraxen dann etwa verdreifachen – immer noch ein müder Abklatsch dessen, was in anderen Ländern bereits vor drei Monaten realisiert wurde.

1 Million Impfdosen, während das Land weiter im Lockdown verharren muss – diese tröpfchenweise Witzmenge ist alles, was die Hausärzte ihren Patienten zugute kommen lassen können? Man weiß nicht, ob hier Dilettantismus oder Bösartigkeit regieren. Überhaupt ist es unerhört, dass – anders als in den meisten anderen Staaten – die Praxen erst vier Monate nach Beginn der Impfungen in die Kampagne einbezogen wurden, obwohl die Hausärzte schon seit jeher die meisten Impfungen in Deutschland verabreichen und über den Gesundheitszustand ihrer Patienten bestens informiert sind.

Eigentlich sind sie als Hauptanlaufstellen für die Deutschen bei gesundheitlichen Problemen und Impf-Routiniers sinnvollerweise für die Durchführung der Covid-Massenimpfungen die erste Wahl gewesen; stattdessen setzten Bund und Länder auf Impfzentren – und auf Zentralismus sowohl bei Beschaffung als auch Verteilung der Vakzine. Und natürlich werden die Impfzentren mit ihrem Terminbürokratismus und Wartezeiten weiterhin kontinuierlich privilegiert – mit rund 2,25 Millionen Impfdosen pro Woche. (DM)