Unfreiwillige Komik, verunglückte Selbstironie: Lehrer-Einstellungsplakat am Stuttgarter Flughafen (Foto:ScreenshotTwitter)

Null-Bock-Mentalität als Einstellungsvoraussetzung: Baden-Württemberg sucht faule Lehrkräfte

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Mit welcher Nonchalance deren Urheber auf die deutsche Bildungskatastrophe blicken, zeigt derzeit ein riesiges Plakat am Stuttgarter Flughafen, mit dem die grüne Landesregierung von Baden-Württemberg etwas gegen den Lehrermangel unternehmen will. „Gelandet und gar keinen Bock auf Arbeit morgen? Hurraaa! Mach was dir Spaß macht und werde Lehrer*in“, schreit es den Passagieren entgegen (siehe Beitragsfoto oben). Interessierte können sich auf „Lehrer-in-BW.de“ zu bewerben. Verantwortlich für diesen erbärmlich verunglückten, in unfreiwillige Realsatire abgeglittenen Humorversuch zeichnet die grüne Kultusministerin Theresa Schopper.

Der erwünschten Aufmerksamkeit kann sie sich bereits sicher sein: Lehrer, Verbände und Politiker laufen Sturm gegen die auf dem Plakat vermittelte Botschaft. Karin Broszat vom Verband der baden-württembergischen Realschullehrer kritisierte: „Man wusste vor dieser Kampagne nicht, wie viel Blödheit auf ein einziges Plakat passt!“ Das Kultusministerium suggeriere, dass es Lehrern nur um die Ferien gehe. „Die Verantwortlichen sollten sich in Grund und Boden schämen“, so Broszat weiter. Der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg bezeichnete das Plakat als „Beleidigung“ und Schlag ins Gesicht für alle Lehrkräfte, die sich „in 60-Stunden-Wochen um die Beschulung Tausender Flüchtlingskinder“ kümmerten. Außerdem verhöhne es all jene, die sich seit Jahren aufrieben, um den Lehrermangel auszugleichen und das System am Laufen zu halten.

“Ignorieren der Probleme mit dumm-flotten Sprüchen”

Ralf Scholl, der Vorsitzende des Philologenverbandes im Südwesten, forderte, anstatt Geld für provokante Werbung zu verschwenden, solle man damit die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte verbessern. „Wenn aber der Intellekt nicht ausreicht, um die grundlegenden Probleme überhaupt zu begreifen, dann ist das Ignorieren der Probleme verbunden mit dumm-flotten Sprüchen natürlich die einzig mögliche Reaktion“, empörte er sich. Auch aus CDU und SPD kam heftige Kritik und die Forderung an Schopper, sich zu entschuldigen. Deren Ministerium gab sich unbeeindruckt. Schon in der ersten Woche habe die Mitte Juli gestartete Kampagne mehr als 8.000 Neugierige auf die Web-Seite für Lehrerrekrutierung gelotst. Die angesprochenen Quereinsteiger würden das Plakat anders lesen, die Slogans seien bewusst eher grell, bunt und laut, aber positiv und einladend. „Man muss schließlich auffallen, und das gelingt“, erklärte ein Sprecher. Eine weiterte Stilblüte der Kampagne lautet: „Deine Arbeit ist boooring? Whoop! Whoop! Such die Herausforderung. Werde Lehrer*in“.

Wen man damit anlockt, interessiert offenbar nicht, solange man Zahlenkosmetik betreiben kann. Auch andere Bundesländer werben verzweifelt um Lehrkräfte, von denen nach Schätzungen des Deutschen Lehrerverbands aktuell zwischen 32.000 und 40.000 Lehrkräfte fehlen. Zudem wird es bald 150.000 Lehrer geben, die in Pension gehen. Eine Aktion in Bayern übertraf sogar die in Baden-Württemberg an infantiler Dummheit. Mit Kauderwelsch wie „Mit Sicherheit und Freiheit flexen? Safe!“ und „Nein zu 9 to 5. Als Lehrerin oder Lehrer hast du jede Menge Flexibilität: Spontan am Nachmittag Zeit für Family & Friends? Sichi!“, sollten Abiturienten geködert werden. Zudem wurde versprochen: „Auf Lebenszeit verbeamtet und gut bezahlt.“ Karin Leibl, die Kreisvorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes BLLV stellte fest: „Die Leute, die sich von sowas angesprochen fühlen, will doch niemand als Lehrkraft vor unseren Kindern stehen haben!“

Alptraumhafte Zustände an Deutschlands bunt-bereicherten Schulen

Ironischerweise bestätigen die Versuche, Lehrer anzuwerben, den eklatanten Bildungsmangel in Deutschland, der gerade in der Politik wohl am extremsten ist. Das Bildungssystem ist nach Jahrzehnten linker Experimente nur noch ein Schatten seiner selbst. Das Leistungsprinzip wird immer weiter ausgehöhlt, zuletzt noch bei den Bundesjugendspielen; die Schulen werden mit immer neuen Migrantenkindern geflutet, die kein Wort Deutsch sprechen und es auch gar nicht mehr lernen müssen, weil sich in aller Regel schon so viele ihrer Landsleute in Deutschland befinden, das es komplette Parallelgesellschaften gibt. An einer Grundschule in Ludwigshafen mussten 39 von 126 Kindern die erste Klasse (!) wiederholen. Das alles geht auf Kosten der immer weniger werdenden deutschen Schüler. Inzwischen kann jeder vierte Viertklässler nicht richtig lesen. Lehrer sind mit der Aggressivität und Integrationsverweigerung muslimischer Kinder und deren Familienclans konfrontiert und leben oft in ständiger Angst vor körperlichen Angriffen.

Von rund 340.000 Teilnehmern, die 2022 einen Integrationskurs begonnen haben, erreichten nur 78.000 die Ziele beim Sprachtest – und das, obwohl es 18.000 Integrationskurslehrer gegeben habe, wie der arbeitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, René Springer, bemängelt. Trotzdem beklagt Jeannette Langner, Geschäftsführerin des Berufsverbands für Integrations- und Berufssprachkurse, dass es zu wenige Integrationskurslehrkräfte gäbe. Tausende Teilnehmer bleiben den Kursen irgendwann einfach fern. Sanktionen müssen sie nicht befürchten. Das Bildungssystem kollabiert an allen Ecken und Enden. Die Ursachen liegen nicht nur, aber vor allem an der wahnwitzigen Massenmigration, die in den Schulen ebenso wenig zu bewältigen ist, wie im Rest der Gesellschaft. Hier nützen auch keine albernen Kampagnen für Quereinsteiger, die schnell ihr blaues Wunder erleben, wenn sie merken, worauf sie sich eigelassen haben. Eine Twitter-Nutzerin münzte sarkastisch das Stuttgarter Flughafenplakat auf die wahren Verhältnisse um: „Gestresst und gar keinen Bock auf Freizeit und Respekt?“ Hurraaa! Mach was keinem Spaß macht und werde Lehrer*in. Jetzt bewerben: Lehrer-in-den-burnout.de“. (DM)