Israelhass (Bild: shutterstock.com/thomas koch)

Israel: Verrat liegt in der Luft

Immer mehr Leute weltweit stellen sich die Frage, wie der Terrorangriff der Hamas auf Israel überhaupt passieren konnte. Dieselben Leute fragen sich auch, was das offizielle Regierungsnarrativ aus Israel soll, welches da lautet, es gehe nun zuerst einmal darum, die Hamas wieder aus dem Land zu bekommen und sich auf die größte Militäroperation in der Geschichte Israels vorzubereiten – und daß die Frage, wie es zu dem Terrorangriff kommen konnte, nachrangig zu behandeln sei. Es müsste nämlich möglich sein, beides gleichzeitig zu tun.

von Max Erdinger

Inzwischen melden sich auch israelische Augenzeugen und Kommentatoren zu Wort, denen ebenfalls die Frage unter den Nägeln brennt, wie es zu dem fürchterlichen Angriff hatte kommen können. Einer von ihnen hat lange für die israelischen Grenztruppen gearbeitet – und versteht nur noch Bahnhof.

Yoram Erez, ein vormaliger Kommandeur der Grenztuppen, schrieb (maschinelle Übersetzung aus dem Hebräischen, sprachlich nicht durchgehend sinnvoll, inhaltlich aber schon): “Irgendwas läuft hier nicht für mich! Das ist ein Rätsel, auf das ich seit gestern keine Antwort finden kann? Durch Zufall weiß ich, wie es in Gaza und an der Grenze läuft. Ich war Kommandeur des Sektors Kerem Shalom (Rafih), ich war für den Bereich Deckel verantwortlich, ich kenne den Systemzaun sehr gut, ich weiß wie die Armee dort arbeitet. Ich war im Shati-Flüchtlingslager in Gaza, ich war verantwortlich für das Flüchtlingslager Djibaliya, ich würde Marben am Zaun und in der Tiefe der Gegend machen. Ich traf Gazaner, aß und atmete Gaza.

Das Hindernis ist so aufgebaut, dass auch ein Fuchs daran nicht vorbeikommen kann. Der Zaun alarmiert um 3 Grad Druck. Sie muss beunruhigt sein, wenn du sie geschnitten hast. Es gibt rund um die Uhr Kräfte, die dafür verantwortlich sind, innerhalb weniger Minuten, wenn nicht sogar Sekunden bis zu dem Punkt anzukommen, an dem es eine Alarmierung am Zaun gibt. Mache jeden Tag mindestens eine Penetrationsübung. Jede Unterabteilung hat eine Bereitschaftsklasse, deren Aufgabe es ist, die Energie im Notfall zu verstärken. Beobachtungen, die an der Grenze verstreut sind, bedecken jeden Zentimeter davon. Die Beobachter sind Verfechter der Identifizierung. Sie verpassen nichts. Sie erkennen den Verkehr, bevor er sich überhaupt einem Hindernis nähert – Tag und Nacht. An problematischen Stellen (tote Gebiete) platzieren Sie einen Panzer mit Beobachtungs- und Identifizierungsmöglichkeiten und erschrecken. In einigen Fällen sind Scharfschützen im Einsatz.

Jeden Tag vor dem Morgengrauen findet ein “Vorbereitung mit dem Morgengrauen” Verfahren statt. Zu dieser Stunde sind alle Kräfte wach (in diesem Fall ist dies auch die Stunde, in der Hunderte von Terroristen Israel eingezogen sind). Nachtschicht wird durch Tagschicht ersetzt. Jeder Kraftkommandant überprüft die Achse, um sicherzustellen, dass es während der Nacht keine Eindringen gab. Tracker, die sich auf der Achse bewegen, wissen, wie man Spuren erkennt. Sie wissen zu sagen, wer den Zaun überquert hat, wie viel und sogar wann. Jedes Szenario hat ein klares Verfahren. Zum Beispiel ein Verfahren zur Infiltrierung von Terroristen, ein Verfahren zur Geiselnahme. Alles ist in Blut geschrieben und bewährt sich seit Jahren.

Es gibt noch ein paar weitere Sicherheitsschichten, über die man hier nicht reden sollte. Kurz gesagt, wir sprechen von einem Hindernis, das sich jahrelang bewährt. Also, wie zum Teufel bewegt sich ein palästinensischer Traktor zum Zaun, ohne dass jemand darauf reagiert? Wie konnte es der Traktor geschafft haben, den Zaun für eine lange Stunde zu seilen und den Zugang nach Israel zu öffnen, ohne dass jemand darauf reagiert hat? Wie kommen Hunderte von Terroristen und Zivilisten über das Hindernis hinweg, ohne dass jemand auf unserer Seite einen Finger bewegt? Wie sind Terroristen zu Fuß und in Autos, von Kopf bis Fuß bewaffnet, in Dutzende israelischer Siedlungen gekommen, ohne dass wir von unserer Seite reagieren? Wie konnten Hunderte von Terroristen lange Stunden auf dem Gebiet von Israel gewesen sein, Hunderte Israelis erschossen, Eigentum geplündert haben, ohne auch nur eine einzige Reaktion auf unserer Seite? Wie konnte es passieren, dass Hunderte von Terroristen Dutzende von Israelis entführten, Frauen, Kinder, Babys, ältere Menschen aus ihren Betten aufgewacht sind, überrascht sind, wenn sie nicht bereit sind, Soldaten, Offiziere und sie nach Gaza entführten, ohne dass jemand. Wie kann es sein, dass eine Kugel nicht erschossen wurde?
Wie konnte das alles vor unserer Nase passieren? Wo ist eine ganze Liga hin? Wo sind 3 Divisionen hin? Wer hat 9 Bataillone verschluckt? Was ist aus 36 Firmen geworden? Wohin ist die ganze Infanteriebrigade verschwunden, die normalerweise die Figur überholt? Wo waren die ganzen Reservebataillons, die die reguläre Armee übertreffen? Wo sind tausende Soldaten verschwunden??? Jemand hier muss es erklären!!!

Kein Wasser mehr für Gaza?

Israel Katz, Energieminister aus der Likud-Partei, hat einer Meldung von “Channel 13 Israel Reporter” inzwischen angeordnet, die Versorgung des Gazastreifens mit Trinkwasser einzustellen. Dort leben etwa 2 Millionen Menschen, fast alle als Feinde Israels zu bezeichnen. Eben deshalb fragt sich, welchem Kalkül Energieminister Katz folgt. Die Hauptfrage bleibt dennoch, weshalb es der Hamas gelingen konnte, diesen großangelegten Terrorangriff durchzuführen. Gaza war das am besten überwachte Gebiet der Welt. Es heißt, alle zehn bis elf Minuten sei dort jeder einzelne Quadratmeter abgelichtet – und jede Bewegung dokumentiert worden. Ex-UN-Waffeninspekteur Scott Ritter stellte bei “consortiumnews” inzwischen die These auf, daß wegen der enormen Datenmengen, die dabei anfallen, die Auswertung zunehmend von KI übernommen worden sei – und daß es der Hamas wohl gelungen sein muß, diese KI zu knacken. Anders sei kaum zu erklären, daß Israel auf diesen Angriff nicht vorbereitet gewesen ist.

Efrat Fenigson hat vor 25 Jahren in der israelischen Armee gedient. In einem Video bei “X” (Twitter) äußert sie ebenfalls ihr großes Unverständis darüber, wie es überhaupt zu diesem Angriff hatte kommen können. Sie ist überzeugt, daß eine Erklärung dafür keinesfalls nur in Israel und bei der Hamas im Gazastreifen zu finden sein kann, sondsern daß der fürchterliche Terroranschlag in einen geopolitischen Kontext zu stellen sei, für den die Leben der israelischen Opfer aufs Spiel gesetzt worden sind.

Achse Moskau-Teheran

Gestern bereits wurde ein Video bekannt, in dem Hamas-Terroristen damit prahlen, sie hätten westliche Waffen via Iran aus der Ukraine erhalten. Wenn sich das bewahrheitet, wäre das ein Fiasko für den “Wertewesten”. Prompt kommt aus der Ecke der “Falken” in den USA die Forderung, gegen Iran in den Krieg zu ziehen, sollte die Hizbollah sich auf den Weg nach Israel machen. Die Hizbollah ist auch im angrenzenden Libanon vertreten, aus dem ebenfalls bereits Beschuß auf israelisches Territorium erfolgte. Von dort hieß es allerdings bereits vor zwei Tagen schon, daß man in den Krieg gegen Israel ziehen werde, sollte die IDF im Gazastreifen einmarschieren. Genau das ist aber geplant. Senator Lindsey Graham reibt sich schon die Hände. Auch Michael Wolfssohn, deutscher Historiker und Publizist, 1947 in Tel Aviv zur Welt gekommen und von 1981 bis 2012 Profesor für Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr in München, erkennt im Hamas-Terror gegen Israel eine Kriegserklärung des Iran.

US-Außenminister Anthony Blinken wiederum behauptet erstaunlicherweise, es gebe keine Beweise dafür, daß Iran hinter dem Terror der Hamas steckt. Erst im September hatte die US-Regierung 6 Milliarden US-Dollar aus eingefrorenen iranischen Vermögen in Südkorea freigeben lassen, die aus Ölgeschäften im Jahre 2018 stammten, um dafür fünf US-Amerikaner aus jahrelanger Haft im Iran freizubekommen einerseits – und um fünf Iraner aus der US-Haft freizulassen andererseits, die dort wegen Sanktionsverstössen eingesessen hatten. Unzweifelhaft jedoch unterstützte das iranische Regime Russland mit der Lieferung von Drohnen im Ukrainekrieg. Soll es nun angesichts der für die USA aussichtlosen Situation in der Ukraine etwa darum gehen, die “Freunde” Russlands anzugreifen und Russland auf diese Weise zu schwächen?

Unzweifelhaft ist auf alle Fälle auch, daß der Terrorangriff der Hamas und Hunderte von israelischen Toten, Gefolterten und Verschleppten – darunter Kinder und Greise – , den zwei Millionen Bewohnern des Gazastreifens außer einer sehr kurzlebigen Schadenfreude nichts bringen, so daß sich bei Hamas-Chef Ismail Haniyeh die Frage stellt, an wessen Lebensbedingungen er eigentlich interessiert ist. Die der Bewohner des Gazastreifens sind es offensichtlich nicht.

Die einzige zuverlässige und sehr verstörende Erkenntnis ist im Augenblick, daß die Illusion von einem sicheren Leben in Israel aufgrund der besten Armee der Welt und der besten Geheimdienste weltweit geplatzt ist. Zu vermuten ist, daß hier eine weitere Weltregion ins Chaos gestürzt werden soll. Wie immer stellt sich die Frage: “Cui bono?” – wer hätte etwas davon? Klar ist inzwischen, wem völlig egal ist, wer außer ihm selbst noch etwas von irgendetwas hat. Nicht nur die Vorgeschichte des Ukrainekrieges legt beredt Zeugnis davon ab.

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