Stahlproduktion (Bild: shutterstock.com/ABCDstock)

Deutsche Industrieproduktion seit fünf Monaten auf Talfahrt – kein Ende in Sicht

Die Industrieproduktion fährt weiter bergab, und es ist der längste Rückgang seit 2008. Im Vergleich zum Vormonat sank sie im Oktober um 0,4 Prozent. Das ist der fünfte aufeinanderfolgende Rückgang, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete (rp-online: 07.12.23).

Ein Beitrag von Blackout-News

Mehrere Branchen im Abwärtstrend: Einblicke in die deutsche Industrieproduktion

Für den September wurde die Entwicklung leicht nach oben korrigiert, bleibt aber bei einem Minus von 1,3 Prozent. Im Zeitraum von August bis Oktober ging die Produktion um 1,9 Prozent gegenüber dem vorherigen Dreimonatszeitraum zurück. Der Hauptgrund für den Rückgang im Oktober liegt im Maschinenbau, wo die Produktion um 6,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat schrumpfte. Im September war sie jedoch um 3,9 Prozent gestiegen. Die Autoindustrie konnte nach einem Rückgang im Vormonat um 0,7 Prozent zulegen.

Die elektrische Ausrüstung verzeichnete einen starken Rückgang von 3,1 Prozent. Gleiches gilt für die energieintensiven Bereiche wie chemische Erzeugnisse (minus zwei Prozent), Metallerzeugnisse (minus 1,2 Prozent) und Glas, Glaswaren sowie Keramik (minus 0,6 Prozent). Die reine Industrieproduktion, ohne Energie und Bau, verlor um 0,5 Prozent. Die Energieerzeugung hingegen stieg um 7,1 Prozent an, während die Bauproduktion um 2,2 Prozent zurückging.

Im Oktober 2022 war die Produktion im produzierenden Gewerbe 3,5 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Die reine Industrieproduktion lag sogar 3,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Ursachen für Deutschlands Industrie-Rückgang: Energiepreisschock und Reaktion auf Bundesverfassungsgerichtsurteil

Das Bundeswirtschaftsministerium hat erwähnt, dass Brücken- und Ferientage im Oktober den Rückgang der Industrieproduktion beeinflusst haben könnten. Dennoch betonen sie, dass die wirtschaftliche Lage insgesamt schwach bleibt. Auch die Baubranche wird durch hohe Zinsen und Fachkräftemangel gebremst, so Jupp Zenzen von der Deutschen Industrie- und Handelskammer.

Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), betrachtet den historischen Energiepreisschock im Zusammenhang mit der russischen Invasion in der Ukraine als einen bedeutenden Grund für den Rückgang der Industrieproduktion.

Dullien merkt an, dass die Daten im Oktober mögliche Auswirkungen des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds noch nicht berücksichtigen. Dieses Urteil und die darauf folgende Haushaltssperre der Bundesregierung könnten in den kommenden Monaten zu Unsicherheit führen und Unternehmen vorübergehend von Investitionen abhalten, was die Schwächephase in der Industrie verstärken könnte.

Der ING-Analyst Carsten Brzeski kommentiert, dass es für die deutsche Wirtschaft schwierig sein wird, neue Wachstumsimpulse zu finden. Obwohl das Schlimmste möglicherweise hinter uns liegt, sieht die wirtschaftliche Realität immer noch nicht rosig aus.

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